Aphorismen
Zitate, Verse, Sprüche, Gedichte, Liedtexte, Gebete

Menschliche Relevanz

Messbarkeit und menschliche Relevanz
sind umgekehrt proportional.
Je leichter sich etwas messen lässt,
umso menschlich irrelevanter ist es.

Und umgekehrt: Je menschlich relevanter
eine erfahrbare Gegebenheit ist, umso
schwerer lässt sie sich messen.

Dr. Wolf Büntig

Fortuna

Das Glück ist keine Lady....
die verwünschteste Dirne, die es gibt,
kratzbürstig - feil - und tückisch
kommt, geht, wie´s ihr beliebt.

Grüß sie - sie äugt einen anderen
Küß sie - sie steht wie ein Stock

Jag sie zur Hölle - und auf der Stelle
kommt sie zärtlich und zupft dich am Rock

Nur immer sachte, Fortuna
Gib, nimm - mir ist es gleich.
Scher ich mich nicht um Fortunen,
folgt sie mir windelweich

Rudyard Kipling

 

Warheit

Wer die Warheit verrät, verrät sich selbst. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom Handeln gegen sich selbst.
Novalis

Gelebt

Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt - und nicht, was wir ersehnt haben.
Arthur Schnitzler

Wahnsinn

Jeder Mensch braucht ein bisschen Wahnsinn, sonst wagt er nie, seine Fesseln zu durchschneiden und frei zu sein.

Kazantzakis in Alexis Sorbas

Verbinden

“Das Ziel im Leben ist es, all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen. Was auch immer sich uns offenbart, es ist das Leben, das sich darin zeigt, und es ist immer ein Geschenk, sich damit zu verbinden.”

Zitat: M.B. Rosenberg

Glück macht Mut

Geduld & Gebären

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von Innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist auszutragen - und
dann gebären...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge
so sorglos, still und weit...

Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antworten hinein.

Wachsen

Ich weiß nicht, was ich werde,
was ich zu sein versprach,
ich ahme nur der Erde
ernste Gebärde nach.

Ich habe Sturm und Stille,
Klarheit und Dämmerung,
im Wachsen ist mein Wille
und jung!
Rainer Maria Rilke

Weiberlieder

Vollmond lass Dich nieder
Sing mir die alten Weiberlieder
Summst leise in die Nacht
Erde, Fruchtbarkeit, Frau erwacht
Mira Goldstein

Traum

Das ist der Traum, den wir tragen,
daß etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muß –
daß die Zeit sich öffnet,
daß das Herz sich öffnet,
daß Türen sich öffnen,
daß der Berg sich öffnet,
daß Quellen springen –
daß der Traum sich öffnet,
daß wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht wußten.

Olav Håkonson Hauge

Kühe

Gelasenheit strahlen sie aus
wiederkäuend liegen sie
und gehen nur dort hin
wo das Gras am grünsten ist - gscheid
Pete Kilkenny

Die Unsere

Vielleicht gibt es schönere Zeiten - aber diese ist die Unsere.

Jean-Paul Sartre

Surrender

Healing is focus action rapt in the arms of surrender

Phantasie

Nichts fördert das Kreative mehr als die Phantasie.

Tut es!

"Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es."
Erich Kästner

Pegnitz

Der Fluß, der sich die Mühe gibt, durch Nürnberg zu fließen,
trägt keinen Ruhm davon.

Er heißt Pegnitz,
und dies ist ein stiller Name.

Er sieht lehmig aus
und gibt Anlaß zu mancher schöner Brücke.

Nachts schimmern die Sterne in ihm.
Lebensmüde benützen ihn nur selten und ungern. ...

Ob hier Erzengel leben, weiß ich nicht.
Gott selbst wohnt auswärts.

Hermann Kesten

Ewiglich

So nimm denn meine Hände / und führe mich bis an mein selig Ende / und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, / nicht einen Schritt: wo du wirst gehn und stehn, / da nimm mich mit.

In dein Erbarmen hülle / mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille / in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen / dein armes Kind: es will die Augen schließen / und glauben blind.

Wenn ich auch gleich nichts fühle / von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht: so nimm denn meine Hände / und führe mich bis an mein selig Ende / und ewiglich!

Lied & Gebet, Text: Julie von Hausmann 1862

 

Halten

das heißt
Nicht weiter - nicht näher - nicht einen Schritt
oder heißt Schritthalten
ein Versprechen - mein Wort
oder Rückschau

Halten
dich
mich zurück den Atem an -  mich an dich
dich fest
aber nicht
dir etwas vorenthalten

Halten
dich in den Armen
in Gedanken - im Traum - im Wachen

Dich hochhalten
gegen das Dunkel
des Abends - der Zeit - der Angst

Halten
dein Haar mit zwei Fingern
deine Schultern dein Knie - deinen Fuß
Sonst nichts mehr halten
keinen Trumpf - keine Reden
keinen Stecken und Stab und keine Münze im Mund

Erich Fried, Die bunten Getüme, Verlag Wagenbach Berlin 1977

Blau

Rudern zwei ein Boot,
die eine kundig der Sterne,
die andere kundig der Stürme,
wird die eine
führn durch die Sterne,
wird die andere
führn durch die Stürme,
und am Ende ganz am Ende
wird das Meer in der Erinnerung blau sein

Only listen

"Sixty times have these eyes beheld the changing scenes of Autumn.
 I have said enough about moonlight,
 Ask me no more.
 Only listen to the voice of pines and cedars, when no wind stirs."

Ryo-Nen, Zen-Nonne, zen nun

Einfach machen

"Ich glaub gar nicht so richtig an Inspiration.
Ich glaube nur ans Machen oder nicht Machen 
und wenn etwas passiert, passiert etwas oder nicht."

Staunen

ist der Schutz der Erfahrung vor dem Übergriff durch den Verstand.

Dr. Wolf Büntig

Erinnerung

Um klar zu sehen, reicht oft ein Wechsel der Blickrichtung.

Antoine de Saint-Exupéry

Liebe & Warheit

Liebe, aber wahrhaft! - und es fallen dir alle anderen Tugenden von selbst zu.

Wo keine Liebe ist, ist auch keine Warheit.

Widerlegen ist sehr leicht, aber Verstehen sehr schwer.

Ludwig Feuerbach

Essentiell

Die essentiellen Erfahrungen im Leben entstammen nicht unseren Taten, sondern der Liebe, sie entstammen der Liebe!

Phantasie

Die Phantasie ist auch eine Wahrheit.

Säbelzahntiger

"Das Leben ist ein Säbelzahntiger"
Buchtitel von Ernst Augustin, Schriftsteller und Psychiater

Prokrastination

Gäbe es die letzte Minute nicht,
so würde niemals etwas fertig.

Mark Twain

Die Trödelei

wird oft verkannt. Dabei bedarf es eines hohen Grades an spiritueller Reife, um all die scheinbar so dringlichen Dinge einfach mal liegen zu lassen. Nur eines kann ihre philosophische Ruhe stören: Ignoranten, die nicht zwischen höherer Trödelei und gemeiner Faulheit unterscheiden können.

Aus dem Buch: "Monster des Alltags" - Erforscht & illustriert von Christian Moser, Carlsen (2007), ISBN-13: 978-3551787453

Überall geht ein frühes Ahnen dem späten Wissen voraus.

Mysterium

Das Schönste, was wir erfahren können ist das Mysteum. Es ist der Quell aller wahren Kunst und Wissenschaft.

In der lebendigen Natur geschieht Nichts, was nicht in Verbindung mit dem Ganzen steht.

Luftfuß

"Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug".
Hilde Domin

Bewegung

Die Bewegung des Lebens ist Lernen.

"Das Glück ist ein Rindvieh und sucht seinesgleichen"
Margrets Mama - Schwäbin

Verhalte Dich so, als wärst Du der Handelnde - Wisse jedoch - Du bist es nicht